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Mittwoch, 29. Juli 15 um 06:45 |

DRK hilft Flüchtlingen in Troisdorf Sieglar

Seit Freitag, 24. Juli 2015, ist der DRK Kreisverband Rhein-Sieg mit der Unterbringung und Betreuung von rund 100 Flüchtlingen in Troisdorf Sieglar betraut. In weniger als 48 Stunden mussten mit Unterstützung der Johanniter adäquate Notunterkünfte in der Dreifachturnhalle am Sekundarstufenzentrum in Troisdorf-Sieglar eingerichtet werden.

Am 22. Juli 2015 kündigte die Bezirksregierung Köln der Stadt Troisdorf an, das tags darauf 150 Flüchtlinge in Troisdorf unterzubringen seien. Die Stadtverwaltung konnte die Zahl noch auf 100 Flüchtlinge begrenzen und einen Tag mehr Vorbereitungszeit herausholen. Alle Flüchtlingsunterkünfte in Troisdorf waren allerdings besetzt, so dass Alternativen gefunden werden mussten. Ein Krisenstab entschied sich dann, die Unterkunft in der Dreifachturnhalle am Sekundarstufenzentrum in Troisdorf-Sieglar einzurichten und den DRK Kreisverband Rhein-Sieg um Mithilfe zu bitten.

Am Donnerstag begann das Deutsche Rote Kreuz mit der Organisation durch einen eigenen Einsatzstab und der Einrichtung der Unterkünfte. Feldbetten und Erstausstattung in Form von Hygienepacks wurden von der DRK Landesvorhaltung Nordrhein angeliefert, unsere Helfer bauten auf, die Johanniter kümmerten sich um die Verpflegung in der Mensa des Sekundarstufenzentrums. Organisiert werden mussten zudem ein Wachdienst und die Betreuung durch Sozialarbeiter durch die Stadtverwaltung. Die Anwohner rund um das Sekundarstufenzentrum wurden am Freitagmorgen mit einer Postwurfsendung über die Ankunft der 100 Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft informiert. 

Parallel zur Flüchtlingsunterkunft Sieglar gab es dann noch einen weiteren Einsatz für das DRK. Aufgrund einer dringenden Sanierungsmaßnahme im Trinkwassernetz des öffentlichen Versorgers musste in der Flüchtlingsunterkunft in Troisdorf Altenrath das Wasser abgestellt werden, auch hier bat die Stadtverwaltung Troisdorf das DRK um Hilfe. Mit Unterstützung der Spezialisten der DRK Landesvorhaltung Nordrhein stellte das DRK 4000 Liter Trinkwasser in entsprechend geeigneten Trinkwassertanks zur Verfügung. Über mehrere Tage wurde die Entnahmestelle rund um die Uhr von Helfern des DRK Rhein-Sieg betrieben und überwacht.

Derweil war die behelfsmäßige Flüchtlingsunterkunft in Sieglar fertiggestellt. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit haben alle Beteiligten ihr Bestes gegeben, um aus dem provisorischen Umfeld eine halbwegs menschenwürdige Notunterkunft herzurichten – ein großer Dank dafür an alle Helfer und Unterstützer! Im Schichtdienst stehen seit dem Tag und Nacht DRK Helfer aus dem gesamten Rhein-Sieg-Kreis für den Betrieb der Flüchtlingsunterkunft bereit.

Inzwischen sind die 100 Bewohner in der Flüchtlingsunterkunft in Troisdorf-Sieglar angekommen. Nach einer ersten Mahlzeit erfolgte die Registrierung durch die Mitarbeiter des DRK Kreisauskunftsbüros und eine erste Einweisung: Wo ist was, wer ist zuständig, welche Regeln sind zu beachten? Am Montag begannen die medizinischen Untersuchen. Alle Bewohner wurden in zwei Troisdorfer Krankenhäusern einer Röntgenuntersuchung unterzogen.

Nach wie vor ist ein Großangebot an DRK Helfern erforderlich, um die Betreuung und vor allem die logistischen Herausforderungen zu meistern. »Unsere Helfer sind aber gerne hier im Einsatz«, so Holger Hammer, der selbst seit einer Woche als Leiter des Einsatzstabes im Einsatz ist und  sogar seinen 40. Geburtstag hier verbrachte. »Die tiefe Dankbarkeit der Asylsuchenden entschädigt für alles, alt werden können wir auch später!« Auch der Zuspruch und die spontanen Hilfsangebote aus der Bevölkerung zeigen, dass die Menschen in Troisdorf und dem Rhein-Siegkreis überwiegend großen Anteil am Schicksal der Flüchtlinge nehmen.

Seit Dienstag, 28. Juli, ist die Kita Rathausstraße in Sieglar die neue Sammelstelle für Sachspenden. Dort können montags bis freitags, 14 bis 16 Uhr, Sachspenden abgegeben werden. Benötigt werden vor allem gewaschene Wolldecken, Bettwäschegarnituren und Handtücher sowie Waschpulver für eine Waschmaschine benötigt. Für weitere Unterstützungsangebote: Das Bürgertelefon der Stadt Troisdorf ist unter 02241/900-900 ist montags, 7.30 bis 19 Uhr, dienstags bis freitags, 7.30 bis 12.30 Uhr, besetzt, per eMail ist die Stadtverwaltung über die Adresse sozialamt[at]troisdorf.de erreichbar.